Eurest schmeckt uns nicht!

Schluss mit Mobbing, Lohndumping und Arbeits-Hetze in Kölner Ford-Kantinen!

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Liebe Ford-Kolleginnen und Kollegen!

Wir sind zu euch gekommen, weil wir euch auf ein Problem aufmerksam machen möchten, das dringend gelöst werden muss: Die Arbeitsbedingungen in der Kantine im Ford-Entwicklungswerk in Köln-Merkenich. Ihr solltet nicht länger hinnehmen, wie dort hinter den Kulissen die KollegInnen behandelt werden, die euer Essen zubereiten. Und wie das Eurest-Management versucht, einen Betriebsrat fertig zu machen, der die Rechte der Kantinen-Beschäftigten stets verteidigt hat.

Wir fordern euch auf, einen Beitrag zu leisten, damit in euren Kantinen menschenwürdige Arbeitsverhältnisse einkehren. Es ist Anfang Februar – an Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Wir schlagen euch vor, etwas für eure schlanke Linie zu tun – und gleichzeitig für Arbeiterrechte. Für alle, die auf ihr wohlverdientes Mittagessen nicht verzichten möchten, haben wir einen Tipp wie sie sich satt essen können und dabei dennoch den Ausbeuter EUREST schädigen (siehe Rückseite).


- Esst weniger in der Kantine, bis EUREST gekündigt wird!
- Zeigt eure Solidarität mit dem Betriebsrat im Ford- Entwicklungswerk!
- Bringt euch ab morgen Stullen mit!

Was bisher geschah…

- Anfang 2006 wählten die ArbeiterInnen in der Eurest -Kantine in Köln-Merkenich einen Betriebsrat, der ernsthaft versuchte, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und das Verhalten der Betriebsleitung zu ändern.

- Die drei gewählten Kollegen – Ilknur, Sylvia und Halil – werden seither systematisch mit Abmahnungen überzogen. Oft mit konstruierten Vorwürfen, die vor Gericht nicht haltbar waren.

- Sie wurden 9 Monate vom Dienst suspendiert – bei vollen Niedriglohn-Bezügen. In der Zeit hat die Kantinenleitung (bestehend aus Monika Maylahn und Hans-Werner Steinbach) versucht, die Kollegen einzuschüchtern und mit Zuckerbrot und Peitsche gegen den Betriebsrat aufzuhetzen.

- Bevor der Betriebsrat eingeschritten ist, mussten ArbeiterInnen, die krank geschrieben waren, bei Wiederantritt das Klo putzen.

- Die Betriebsratsvorsitzende Ilknur C. erlitt im Juli 2009 einen Nervenzusammenbruch und wurde ohnmächtig in die Ford-Krankenstation eingeliefert. Vorher wurde sie von Monika Maylahn systematisch bei der Arbeit getriezt.

- Die Kölner Wobblies (IWW) haben zweimal Flugblätter an ArbeiterInnen in Köln-Merkenich verteilt und die Presse informiert. Immerhin wurde der schikanöse Küchenleiter Hans-Werner Steinbach daraufhin in die benachbarte Kantine des Ford-Ersatzteillagers versetzt – Dort triezt er jetzt andere ArbeiterInnen.

- Bei den kommenden Betriebsratswahlen im April 2010 will Eurest endgültig den Bock zum Gärtner machen: Ausgerechnet der verhasste Küchenfeldwebel Steinbach soll kandidieren.

Mobbing und Erniedrigungen

Bei EUREST herrscht ein untragbares Arbeitsklima,:

- Einzelne Mitarbeiter werden über Wochen von der Leitung auf den Kieker genommen, beobachtet, hinter dem Rücken schlecht gemacht, schikaniert. Manche unterschreiben danach freiwillig Änderungsverträge, in denen sie deutlich weniger Geld erhielten. Viele werden krank oder wechseln den Job.

- Ein Vorgesetzter tritt mutwillig einen Putzeimer um, die betroffene Angestellte muss alles wieder aufwischen.

- Eine andere Frau wird nach sechwöchiger Krankheit (wegen psychischer Belastung) vom Vertrauensarzt wieder gesund geschrieben – am Tag vor der Arbeit schneidet sie sich die Pulsadern auf. Zum Glück überlebt sie.

Warum muss EUREST weg?

- Weil EUREST notorisch dafür bekannt ist, ArbeiterInnen auszupressen wie die Zitronen.

- Weil der Konzern unverbesserlich an Monika Maylahn und Hans-Werner Steinbach festhält. Der Kantinen-Gigant will sich offenbar keine Blöße geben, indem er auf dringende Beschwerden seiner Angestellten reagiert.

- Weil EUREST sich offenbar zum Ziel gesetzt, nur Betriebsräte zu dulden, die ihnen hörig sind. Dieser Trend wird auch von anderen EUREST-Kantinen berichtet.

Was ist Eurest eigentlich?

Eurest ist der größte Betreiber von Werks- und Bürokantinen in Europa. In Deutschland arbeiten 8.400 Menschen an 700 Standorten für Eurest. Auch die Ford-Kantinen im Ersatzteillager, sowie in Aachen und Saarlouis werden von EUREST betrieben.

Eurest gehört zum Catering-Giganten Compass-Group PLC, der an der Londoner Börse unter den Top 100 Werten notiert wird. Für Compass sollen – nach Unternehmensangaben – weltweit 388.000 Menschen arbeiten.

Was hat Ford damit zu tun, was die IG Metall?

In Deutschland gibt es viele Großkonzerne wie Daimler, VW oder BASF, die ihre Kantine noch selbst betreiben, also nicht auf externe Ausbeuter wie EUREST zurück greifen.

Bei Ford Köln und der hiesigen IG Metall scheint da etwas schief gelaufen zu sein. Im Fall Eurest glänzt die stolze Gewerkschaft durch Nichts-Tun – zumindest hat sich bislang überhaupt nichts zum Positiven verändert..

Auf Seiten von Ford ist Heike Plankemann aus der Personal-Abteilung für die Zusammenarbeit mit EUREST verantwortlich. Die skandalösen Verhältnisse in der Kantine interessieren Frau Plankemann offenbar wenig. Wir fragen uns: Schaltet sie schlicht auf Durchzug, ist sie überfordert oder verfolgt Frau Plankemann bei ihrem Gekungel mit EUREST eigene Interessen? Im Sinne ihres Arbeitgebers kann es jedenfalls nicht sein, wenn der Name Ford durch das Verhalten eines Auftrag-Nehmers in Verruf kommt.

BESSER ALS FASTEN
Die Beilagen-Sabotage:

Wenn ihr statt eines vollständigen Menüs nur Beilagen, Salat und Gemüse esst, schadet ihr EUREST ganz konkret. Denn: Ein vollständiges Mittagessen wird von Ford subventioniert. Die Beilagen sind offenbar so kalkuliert, dass Eurest dabei draufzahlt. Wichtig ist aber:
NUR KLEINE SCHÄLCHEN BESTELLEN UND KEIN HAUPTGERICHT.
Solidarität kann so einfach sein – und trotzdem satt machen.

Was wäre die Alternative?

Wir fordern von der Ford Motor Company:

- Verträge mit Eurest sofort kündigen.
- Alle Kantinen wieder selbst betreiben.
- Alle KantinenmitarbeiterInnen in reguläre Beschäftigungsverhältnisse übernehmen.
- Schluss mit den Mini- und Hungerlohn-Jobs.
- Schluss mit den Schikanen gegen MitarbeiterInnen und Betriebsräte.

Andernfalls wird das Marken-Image von Ford dauer-haften Schaden nehmen. Denn Ford ist für seine Sub-Unternehmer und ihr Verhalten voll verantwortlich.

Was könnt ihr tun?

Esst nicht mehr in der Kantine bis hier menschenwürdige Verhältnisse einkehren.
Schickt Protest-Emails an folgende Adressen: hplankem@ford.com, media@ford.com
Nehmt Kontakt auf mit dem Küchen-Kommitee auf: kuechenkomitee@riseup.net

Nach Arbeiter-Protesten:
DAIMLER-BENZ FEUERT FIESE PUTZ-FIRMA

(Quelle: jungewelt, 23.12.2009)

Proteste von Daimler-Benz-Arbeitern in Untertürkheim führten dazu, dass der Autohersteller die Verträge mit dem Sub-Unternehmer Klüh kündigte, der im Bereich Gebäudereinigung tätig ist. Der Konzern war wegen seiner Schikanen gegen Putzfrauen ins Gerede gekommen. Eine Betriebsgruppe bei Daimler hatte die Vorgänge in ihrer Zeitschrift „Alternative“ im Werk publik gemacht. Martin Bott, Betriebsrat im Daimler-Werk, erklärte gegenüber der Presse: „Der Konzern konnte sich wegen der öffentlichen Empörung einfach nicht erlauben, untätig zu bleiben. Es ist unglaublich, mit welch krimineller Energie solche Firmen die Beschäftigten ausbeuten.“

Wir meinen: Was die Schwaben können, könnt ihr erst recht! Haut Eurest raus!

Küchen-Komitee Cologne,
kuechenkomitee@riseup.net,
http://kuechenkomitee.blogsport.de

V.i.S.d.P.: P. Mattick, Luxemburger Str. 121, Köln